INDUSTRIE 4.0

Vernetzte, selbststeuernde Prozesse gelten als Kennzeichen von Industrie 4.0 – und die Chance zur Produktion stark individualisierter Produkte. Wie wirkt sich dies auf den Designprozess aus? Das Konzept von Industrie 4.0 lässt sich nur realisieren, wenn Zulieferer und auch Dienstleister in die neu definierten Prozesse eingebunden sind. Damit wäre auch die Designbranche betroffen. Verlangt Industrie 4.0 also einen veränderten Gestaltungsablauf? Kennt das Design 4.0 nicht mehr nur einen Entwurf zur Realisierung, sondern muss einen Pool an Möglichkeiten bieten, der Variationsvielfalt bei stimmigem Design erlaubt? Wie stark müssen Designer künftig in offenen Prozessen denken?
Ein Statement von Jürgen Hinderhofer.

Wenn man sich vorstellt, dass in den Werkhallen zukünftig keine Kunststoff-Spritzgussmaschinen mit Werkzeugeinsätzen und aufwendigen Rüstzeiten stehen, sondern 3D-Printer mit höchster Bauteil-Flexibilität, freier Farb- und Materialwahl – dann hat man schon ein interessantes Bild beschrieben wie die Zukunft aussehen könnte. Im Falle der 3D-Printer-Produktion gibt es dann für den Konsumenten eine Online-Gestaltungsmatrix, die Auswahl erfolgt über einen webbasierten Produkt-Konfigurator.

 

Die Druck- und Papierindustrie hat den vernetzten, digitalen Veränderungsprozess schon durchwandert. Ein ähnlicher, jedoch deutlich komplexerer Prozess ist mit dem Begriff Industrie 4.0 gemeint.

 

Die smarte Fabrik wird zukünftig eine vernetzte Industrieproduktion mit sehr flexibler Fertigung und Montage ermöglichen und damit auch eine Steigerung der Variantenvielfalt bis hin zur Individualisierung von Produkten ab Stückzahl 1. Für den Industriedesigner bedeutet das, sich von Einzelprodukten zu lösen und hin zu modularen, flexiblen Produktsystemen und komplexen Plattformstrategien zu kommen.

 

Ein weiterer Aspekt kommt hinzu: Intelligente Produkte mit Sensorik und digitalem Kern werden zunehmend die Verschmelzung von Produkt und Dienstleistung forcieren und nicht nur die Anforderungen an die Gestaltung sowie Handhabung verändern, sondern auch die Unternehmen in ihrer Beziehung zum Kunden. Dabei ist das 3D-CAD das verbindende Element in allen Unternehmensbereichen. Der Industriedesigner nimmt hierbei eine Schlüsselfunktion ein, er weiß wie man komplexe Inhalte vereinfacht und clever strukturiert.

 

 

Designer sind Impuls- und Ideengeber und können heute die komplette Prozesskette einer Produktentwicklung abbilden. Eine Beschleunigung der Digitalisierung wird sich in allen Bereichen bemerkbar machen und das Aufgabengebiet des Industriedesigners erweitern. Denkt man an Robotik und autonome Mobilität, wird die Kernkompetenz des Industriedesigners, ergonomisch perfekte und den Workflow verbessernde Produktlösungen zu entwickeln weiter gestärkt.



Mehr zum Thema Industrie 4.0 gibt es auf:
https://www.zwomp.de/2016/10/27/industrie-4-design/